Datenschutz – wen interessiert das eigentlich?

Neben der allgemeinen Redaktionsarbeit hat sich die Lebenskompetenzgruppe “We in a Digital World” in den letzten Wochen mit dem Thema Datenschutz beschäftigt. 

Dieses Thema betrifft uns alle – die einen finden es wichtig, die anderen langweilt es. Für Kinder und Jugendliche ist dieses Thema meist zu abstrakt, weil die Sammlung und Verwertung von Daten nicht im näheren Erfahrungskreis geschieht. Außerdem entwickelt sich “Privatsphäre” und die Bedeutung von Privatsphäre auch erst so richtig im Jugendalter.

Dennoch ist es wichtig, dass man das Thema immer wieder mit Kindern und Jugendlichen bespricht. Schließlich sind sie es, die die digitale Zukunft maßgeblich mitgestalten werden.

Hier eine kleine Zusammenfassung dessen, was wir so gemacht haben.

Was sind eigentlich Daten und wer interessiert sich dafür?

Wir haben zu Beginn die interessante Dokumentation “Soziale Medien? Wie viel Macht Facebook wirklich hat” angeschaut und uns darüber ausgetauscht, was Daten sind, wie sie gesammelt werden und wie große Plattformen bares Geld mit unsere Daten verdienen können.

Zeigt her eure Daten – das Smartphone als Schlüsselloch zum eigenen Leben

Auf einem Fragebogen konnten die Schüler dann ganz alltägliche Infos eintragen, die sie auf dem Smartphone so machen, z. B.:

  • Allgemeine Infos zum Gerät
  • Welche Apps installiert sind und welche man am häufigsten nutzt
  • Welche Rufnummer man zuletzt angerufen hat
  • Mit welchen Kontakten man WhatsApp-Nachrichten verschickt
  • Welche Youtube-Video man zuletzt angesehen hat
  • Welche Internetseiten man zuletzt besucht hat
  • Standort- und Sprachaufzeichnungen von Google
  • Welche Apps auf welche Funktionen zugreifen können

Nach ein paar Minuten fanden viele Schüler den Fragebogen natürlich (zu Recht) viel zu privat.

“Warum wollen Sie das alles wissen? Ich trag’ da nichts mehr ein!”

Es ist eine Sache, Daten bewusst oder unbewusst zu produzieren. Es ist eine andere Sache, wenn jemand konkret danach fragt – dann wird man zumindest misstrauisch. Gemeinsam haben wir daraufhin besprochen, dass diese Infos über jeden ja längst bei großen Unternehmen vorliegen und welche Infos über einen abgeleitet werden können, wenn man bestimmte Dinge weiß.

Was ist für wen wie privat?

Die Schüler haben zusammengetragen, was für sie privat ist. Sie nannten z. B. Vor- und Nachnamen, Kontonummer, das Handy, der Surfverlauf, das eigene Zimmer… Auf einer Skala von 1 bis 10 haben wir dann versucht einzuordnen, wie privat die Dinge für jeden sind.

In der Diskussion haben wir festgestellt, dass wir oft unterschiedlicher Meinung waren. Die einen fanden den Vornamen sehr privat – die anderen nicht. Die einen haben ein Problem damit, dass der Browserverlauf getrackt wird, den anderen ist es egal. Die einen empfinden das eigene Zimmer als Raum für Privatsphäre, die anderen nicht. Dann gibt es aber auch Dinge, die alle gleichermaßen privat finden, wie z. B. was Freunde einem anvertrauen, die Kontonummer, das Badezimmer oder auch das eigene Handy.

Weitere Aktivitäten

Schülerumfrage

Abb. 1: Was ist für dich Privat? Antworthäufigkeiten von 13 Schülern auf die Frage “Auf einer Skala von 1 bis 8, wie privat ist für dich …”

Obige Fragestellung haben wir später in Form einer Online-Umfrage nochmals aufgegriffen. 13 Schüler haben an dieser kleinen Umfrage teilgenommen. Hierbei haben die Schüler bewertet,

  1. wie privat sie gewisse Online- und Offline-Dinge empfinden (siehe Abb. 1 rechts),
  2. wer sich ihrer Meinung nach für unsere Daten interessiert (siehe selbst erstellte Wortwolke von Bruno) und
  3. welche Tipps zum Thema Datenschutz sie bereits selbst anwenden.

Hier eine kleine Zusammenfassung der dritten Frage:

Ca. 8-10 Schüler gaben an, “häufig” oder “immer”

  • stille Mithorcher wie Siri, Alexa & Co nur dann einzuschalten, wenn sie es brauchen.
  • GPS nur zu aktivieren, wenn sie es brauchen.
  • neue Apps im Appstore zunächst zu prüfen.
  • darauf zu achten, welche Bilder und Videos sie verschicken.
  • im Netz Nicknames zu verwenden.
  • nicht benötigte Apps wieder vom Telefon zu deinstallieren.

Folgende Tipps sind nicht so “angesagt”:

  • Bei neuen Apps als erstes die Privatsphäre-Einstellungen zu checken und diese auch regelmäßig zu überprüfen.
  • regelmäßig die Passwörter zu ändern, für andere Dienste unterschiedliche Passwörter zu verwenden und ein Passwort-Verwaltungsprogramm zu nutzen.
  • alternative Messenger (z. B. Threema) und Suchmaschinen zu nutzen.

Das Tool, mit dem die Umfrage erstellt wurde: SurveyMonkey.

Do not track

Wir haben die erste Episode der der sehr empfehlenswerten interkativen Webdoku “Do not track” gemeinsam angeschaut. “Do Not Track” ist eine personalisierte Web-Serie über das Geschäft mit unseren Daten. 

Trailer der interaktiven Webdoku “Do not track”

Browserspiel “„Data Dealer – legal, illegal, scheißegal“

Data Dealer ist ein Browser-Spiel. Man ist ein Daten-Händler und baut durch Handel mit persönlichen Informationen sein Vermögen auf. Man bedient sich legaler und nicht so ganz legalen Quellen: Gewinnspiele, Telefonumfragen, Partnerbörsen, Psychotest, Informanten …